Der unaufhaltsame Aufstieg des Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester – Uiih Uiih – von Guttenberg

Da freuen wir uns mit ihm: Der Freiherr von Guttenberg1 hat einen weiteren Beraterposten, nämlich beim Institut für Risikobewertung, erhalten. Das darf allerdings noch niemand wissen. Aber seitdem bekannt wurde, dass man dort wörtlich aus den das Glyphosat befürwortenden Gutachten der Chemieunternehmen abgeschrieben hat, hat die Geheimnistuerei natürlich ein Ende.

  1. Anmerkung: Nicht verwechseln mit dem Baron von Butterberg; der ist nämlich gar kein Freiherr und auch kein Baron! Der Freiherr Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester von Guttenberg sieht auch nicht aus wie ein Butterberg, sondern wie Christian Gwendolin Roger Chuck  Lindner oder Katja Mandy Chantal Lilly Suding []

Chuhhhhhahhhh!!!

Das ist sehr langweilig, immer das Hemd zuerst und dann die Hosen drüber zu ziehen und des Abends ins Bett und morgens wieder herauszukriechen und einen Fuß immer so vor den andern zu setzen; da ist gar kein Absehen, wie es anders werden soll.“1

Helene Fischer kommt von oben auf die Bühne heruntergeschwebt! Sollen sie sie doch wieder hochziehen.
Oh, wie ist mir laaaangweilig! Passiert denn gar nichts?
Im Fernsehen betreibt Martin Schultz Wahlkampf gegen Angela Merkel. Und Angela Merkel gegen Martin Schultz. Und Merkel gewinnt wie immer. Und Schultz hat auch nichts zu sagen.
Oh, wie laaaangweilig! Passiert denn rein gar nichts?
Die braunen Würste von der AfD werden vielleicht die drittgrößte Partei.
Aaach, die Ewiggestrigen. Gibt’s denn gar nichts Neues?
Der Freiherr von Guttenberg, d.h. Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester usw., lässt sich von den Gläubigen bejubeln.
Wie öde! Chuhhhhhahhhh!!!
Christian Lindner sorgt sich um die Reichen.
Chr pfhhh, chr pfhhh!

  1. Danton in Georg Büchners Dantons Tod II.1 []

Nur nicht kleinlich sein!

Der tüchtige Immobilienhändler bereichert sich, indem er für die von ihm „sanierten“ Wohnungen  höhere Mieten verlangt. Er ist eben ein Fuchs. Dass die aktuellen Mieter ihre nun unbezahlbar gewordenen Wohnungen verlassen müssen, sieht er nicht so eng. Irgendwelche kleinlichen Skrupel, die ihm sein Vergnügen an seinem ungeheuer schlauen Coup verderben könnten, sind ihm fremd. Vielmehr findet er sich gerne bereit, im Kirchenvorstand seiner Gemeinde eine zwar nur repräsentative, aber doch irgendwie schon auch prestigeträchtige und somit geschäftsfördernde Funktion wahrzunehmen.
Die gamsbärtigen Biedermänner vom bayrischen Stammtisch, – wie heißen sie noch? ach, ja, Söder und Seehofer usw. –  die sind schlau, weil sie auf Kosten der anderen Bundesländer die Unternehmer und sonstigen Reichen ins herrliche Bayernland locken, indem sie  Bayern zur Steueroase machen1. Da es so gut wie keine kleinlichen Steuerprüfungen gibt und die vom Verfassungsgericht geforderte Reform des Erbschaftssteuerrechts durch großzügige Ausnahmen und Privilegien unterlaufen wird, holen sie das große Geld ins Land und sind stolz darauf. Sie sehen das durchaus als eine sowohl christliche als auch soziale Politik. Und der Herr Pfarrer – Grüß Gott! – lächelt ja auch süßlich dazu.
Der honorige SPD Kanzlerkandidat Schulz würde – na, klar! – am liebsten allein regieren. Aber wenn schon Koalition, dann doch lieber mit der FDP als mit der Linken. Nur nicht kleinlich sein. Und das Volk dankt es ihm. Oder? Und schließlich kungelt er nicht mit den braunen Würstchen von der AfD. For Brutus is an honorable man;. So are they all, all honorable men!
So sind doch alle zufrieden – bis auf die Armen. Aber die sollen nicht so kleinlich sein. Uns geht’s gut. Und jeder ist seines Glückes Schmied.
„Es herrscht Klassenkampf; meine Klasse, die Klasse der Reichen, gewinnt.“2
Halt die Klappe!!!

  1. Cerstin Gammelin „Einer gegen 15“ Süddeutsche Zeitung 27.8.17 []
  2. Warren Buffet New York Times 14.8.11 []

Der Listenreiche!

In Brasiliens besten Kreisen herrscht unverhohlen große Freude, obwohl noch gar kein Karneval ist. Denn ihr korrupter Präsident Temer – ein mitgeschnittenes Telefonat ist u.a. ein eindeutiger Beweis für seine Korruptheit  – hat erfolgreich verhindert, dass der Staatsanwalt ihn vor Gericht bringen kann. Dafür hätte eine Mehrheit der Abgeordneten des Parlaments, das auch als durch und durch korrupt gilt, die Anklage billigen müssen. „So flossen in den letzten Tagen umgerechnet eine Milliarde Euro an Abgeordnete, die gelobten, für Temer zu stimmen.“1 Auch die Unternehmer waren vermutlich wieder spendabel. Sie lieben und lenken Temer, den Listenreichen, aus vollen Herzen und Taschen. Wohin man blickt, Gewinn, Gewinn, Win, Win und nochmal Win – wenn man nur nicht überall hinblickt. Wirtschaft fördern, Sozialausgaben kürzen: Die FDP blickt neidisch nach Brasilien. Natürlich muss es auch Verlierer geben. Nicht erst von Robert Mercer, amerikanischem Milliardär  und Förderer von Trump und Bannon, wissen wir: Armut ist eine Schwäche, die nicht auch noch mit Almosen aus Steuergeld unterstützt werden darf.2 Man ahnt, wer die fünf Prozent sind, die Temers Politik zustimmen.3  Nachdem  Temer, auch genannt der Teppichhändler, diesmal mit Geld nichts erreicht zu haben scheint, beantragte er beim Obersten Gerichtshof wegen der Ermittlungen gegen ihn und angeblicher Parteilichkeit die Suspendierung des Staatsanwalts. Der Staatsanwalt aber ist ein sehr schlechter Verlierer, da er weitere Anklagen gegen Temer vorbereitet. Das kann nun aber natürlich Temer nicht dulden. Eilig traf sich Temer, da die Amtszeit des Staatsanwalts ja schon im September endet, mit seiner Stellvertreterin, allerdings in direktem Gespräch – ganz ohne Telefon. Ach, zu gerne wüsste man, was er von ihr wollte. Aber das verrät er nicht. Der Mann ist eben ein Fuchs!

  1. Tagesspiegel 3.8.17 []
  2. Thorsten Denkler Süddeutsche Zeitung 21.8.17 []
  3. Könnten es die Vertreter wirtschaftlichen Sachverstandes mit ihrem Engagement für die – wirtschaftliche – Freiheit sein? []

Harvey ist feige

Angela Merkel und die Bundesregierung haben sich empört gezeigt über den Wirbelsturm Harvey. „Das ist ein feiger Anschlag auf unschuldige Menschen, Frauen, Kinder, Senioren und sogar auf Männer“, so die Kanzlerin wörtlich. Innenminister de Maizière forderte harte Strafen, egal ob gegen Schuldige oder Unschuldige. Das sei besonders in Wahlkampfzeiten wichtig. US Präsident Trump zeigte sich erfreut über das Ausmaß der Katastrophe. Sie gebe ihm Gelegenheit, sich als nie gesehener Meister aller Katastrophen irdischen und kosmischen Ausmaßes zu erweisen. Das übliche Entzünden von Kerzen und Niederlegen von Blumen wurde begrüßt. Die sonst ebenso üblichen Schilder mit der Frage „Warum?“ bzw. Why ließ Trump – aus noch unbekannten Gründen – entfernen.