AFDP

Ich heiße Emil Angermeier, bin 57 Jahre alt und im Baugewerbe tätig – als Maurer. Und ich kann nur eines sagen: Leute, so geht es nicht weiter. Echt nicht! Diese Sch…abgrundkontrollstelle macht sich lustig über die AfD und den kleinen Mann, der sie wählt. Was soll das?! Gut, ich bin nur 1,65 m groß, aber bin ich deshalb doof? Weil ich irgendwie – ich weiß auch nicht – wütend bin über diesen Haufen abgehobener Politiker, ob sie nun Gabriel, Schröder oder Schäuble heißen. Die kümmern sich nämlich einen Scheißdreck um Emil Angermeier, oder? Nein, nein, ich höre euch schon: Es gibt ja auch noch die Linke. Ach, kommt mir nicht mit den Linken, weil das ja rote Socken sind. Die wollen uns doch bloß an den Iwan ausliefern.
Schuld sind die da oben. Deshalb können die mit mir auch nicht mehr rechnen. Ich wähle die AfD. Die schützt nämlich den kleinen Mann – vor den Ausländern und so. Ja, auch so eine wie Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg, Tochter vom Huno – nein, nicht Kuno, sondern Huno!!! – Herzog von Oldenburg und dessen Frau Felicitas geb. Gräfin Schwerin von Krosigk, Enkelin von Lutz Graf Schwerin von Krosigk, immerhin Hitlers Finanzminister. (Der wurde vom Ausland  in Nürnberg als Kriegsverbrecher zu zehn Jahren Haft verurteilt. Das ist auch so eine Geschichte: Die deutschen Gerichte wären da viel vorsichtiger gewesen.) Gut, zugegegeben, die Störchin, immerhin so eine Art Durchlaucht, ist auch eine von oben, aber das ist eben ’ne Lady, eine Frau, aber ein Mensch wie ich und du, ob sie nun Eilika heißt oder Amelie. Die setzt sich für den Mann von der Straße ein. Sie hat z.B. mit dem Verein „Allianz für den Rechtsstaat“ für die Rückgabe von Ländereien gekämpft, die die Russen im Osten dem deutschen Landadel nach 1945 genommen hatten. Da ging es doch schon los. Die Sssowjötz, wie der Adenauer sie immer genannt hat, was geht denn die unser deutscher Adel an! Uns nehmen sie die Schlösser weg, und dann besaufen sie sich da mit ihrem Wodka und werfen ihre Gläser auf die schönen Tapeten, und der Deutsche muss die Scherben zusammenkehren. Adel, das heißt doch edel. Das gibt es ja schon teilweise in dem Namen drin: Edler von Kotzenbüll oder so. Mal ehrlich, das klingt doch ganz anders als Wladimir Rasputin oder so.

  1. Fakt ist, der DGB sagt: Nur Reiche können sich einen armen Staat leisten. Nur wer einen Swimmingpool im Garten hat, braucht kein öffentliches Schwimmbad. Wer täglich zur Arbeit muss, der braucht intakte Straßen und guten Nahverkehr. Wer in soziale Not gerät, braucht einen starken Sozialstaat. Ungerechte Marktergebnisse brauchen steuerliche Korrektur. Die öffentliche Hand muss all das zugunsten der Bürgerinnen und Bürger leisten können und dafür die Reichen stärker zur Kasse bitten. []
  2. Strategiepapier der AfD warnt: „Bei ( …) Wirtschafts- und Sozialpolitik muss sehr sorgfältig darauf geachtet werden, dass sich die Anhängerschaft der AfD nicht auseinanderdividiert. (…) Zudem müssen Positionen, die der politische Gegner als ‚neoliberal‘ ausschlachten kann, gut argumentiert und unter Marketinggesichtspunkten aufbereitet werden.“ []

Von Weicheiern und harten Nüssen

Als bei einem TV-Duell in Brasilien Flavio Bolsonaro, der Sohn des heutigen Präsidenten, in Ohnmacht fiel, leistete eine Ärztin, die für die Kommunisten kandidierte, Nothilfe, bis sein Vater dem entsetzt Einhalt gebot: Kommunisten dürfen seinen Sohn nicht anrühren.
Dagegen hat der SPD-Politiker Serdar Yüksel einen AfD-Politiker, der einen Herzstillstand hatte, nicht nur wiederbelebt, sondern will ihn auch noch im Krankenhaus besuchen. (Süddeutsche Zeitung 2.11.18)
Der arme AfDler konnte sich nicht wehren. Aber wo war sein Papa?

Hilfe für arme Studenten

Warum erwirbt jemand eine nicht besonders profitable Zeitung, obwohl er mit seinem Geld anderweitig mehr Geld verdienen kann?1 Tja, solche Fragen lassen selbst sämtliche Schlotterdijks erstarren!!
Warum haben in den USA einige Milliardäre sich die Presse und andere Medien, wie z.B. Fox News, angeeignet? Warum versorgt uns Friede (!) Springer weiter mit der Bild und der Welt, obwohl sie ihre anderen zu wenig profitablen Zeitungen abgestoßen hat? Aus Sorge, die Massen vor Fake News zu bewahren?
Gerade jetzt wieder sorgt sich die Deutsche Bank um Deutschlands Stabilität und will  die Deutschen davor bewahren, sich ein falsches Bild von der Wirtschaft und ihren ,Gesetzen‘ zu machen, indem sie der intellektuellen Kaste der Studenten, und zwar auch derer, die nicht die BILD-Zeitung lesen, ein Freiabonnement der „Wirtschaftswoche“ spendiert. Da möchte man sie herzen, die Deutsche Bank, für ihr Engagement trotz angespannter finanzieller Lage (immerhin 700 Millionen Minus). Solch kämpferischer Einsatz für die „Armen“ (Studenten), die Demokratie und endlich für die Freiheit, auch die Freiheit von viel zu hohen Steuern, und für das Verständnis ihrer unter den hohen Steuern leidenden „gehobenen Mittelschicht“ (Friedrich Merz, Jahresverdienst ca 1 Million und u.a. Aufsichtsrat Papus Bierdeckel GmbH) verdient einen Orden.
P.S. Übrigens, Friedrich Merz hat nie gesagt, dass 132 Euro zur Existenzsicherung bei Hartz IV ausreichen (Titel der „Welt“: “Friedrich Merz hält 132 Euro Hartz IV für genug”); er hat in diesem Zusammenhang nur gesagt, dass „manchmal weniger mehr ist“.

  1. vgl. Beitrag „So wie andere Pfeifen“ vom 28.6.2913 []

Altersweisheit – sehr spät

Man dachte, er wäre kein bisschen weise. Nun zeigt sich auch Peer Steinbrück, einst Finanzminister und Kanzlerkandidat der SPD, einsichtig; der Arme war einst einfach zu schwach für ein eigenes Urteil: „Es wurde damals laut die Arie der Deregulierung gesungen, die aus dem angelsächsischen Raum kam. Das, was die damalige rot-grüne Bundesregierung und später die große Koalition dereguliert haben, war immer noch weit weniger, als viele gefordert haben – insbesondere aus den Reihen von FDP und Union. Im Übrigen fand diese Arie einen Verstärker in vielen Wirtschaftsredaktionen und bei Wirtschaftswissenschaftlern.“ Außerdem hatte er damals gerade Rücken- und Knieprobleme, und die Waschmaschine musste repariert werden. Irgendwie war alles blockiert.
Immerhin, nun läuft Steinbrück – ohne Knieprobleme – und die Waschmaschine auch. Daher hat er ein eigenständiges Urteil zum Problem, was die SPD heute tun muss, um die Krise abzuwenden: Sie braucht eine „Person wie Bernie Sanders … nur 30 Jahre jünger.“ (Interview Süddeutsche Zeitung 31.10.2018)
Na, geht doch!

A very rude and terrible person

Man soll bzw. muss mit dem politischen Gegner auf Rechtsaußen reden, ihn ernst nehmen, ihn zu verstehen suchen1, Argumente austauschen, z.B. mit Persönlichkeiten wie George W.  Donald Trump. Das ist nämlich alternativlos, aber nicht immer einfach, besonders wenn man eine „very rude and terrible person“, ein Volksfeind („enemy of the people“) ist. Dann heißt es Klappe halten: „Enough, sit down!“ https://www.youtube.com/watch?v=G9OBekXoTqc

  1. Svenja Flaßpöhler: Die Bedingung heißt Verstehen. In. Süddeutsche Zeitung 8.11.18 []