Oh, Mensch!

Cristiano Ronaldo, Großoffizier des Ordens des Infanten Dom Henrique und Träger der Verdienstmedaille des Ordens unserer lieben Frau sowie Kommandeur des Ordens für Verdienst, ist, wie er selbst besser als jeder andere weiß, der beste Fußballer der Welt. Aber er erhält nur 21 Millionen Euro netto im Jahr, also nur 1,75 Millionen Euro im Monat. Man könnte denken, dass das aber viel Geld ist. Ist es aber nicht. Überhaupt nicht. Ja, es ist empörend wenig, ein „Mangel an Respekt“. Das hat der Cristiano auch so der spanischen Zeitung „El Mundo“ gesagt. Denn sein Kollege Messi erhält angeblich bis zu 60 Millionen Euro netto, sein Kollege Neymar immerhin 30 Millionen Euro netto. Da er durch zahlreiche Werbeverträge, Selbstvermarktung, Hotels, eine eigene Mode- und Parfummarke über zusätzliche Einkünfte verfügt, hat er 2016 angeblich 88 Millionen Dollar verdient. Aber er ist tief gekränkt, denn er ist ein stolzer Athlet: „Es ist nicht eine Frage des Geldes, sondern des Status.“ Daher will seinen Verein Real Madrid verlassen. Oh, Mensch, das wäre für seine Fans, gerade auch für die, die sonst nichts haben, eine echte Katastrophe!

Kluuug!!

Hatten Sie gedacht, der Wähler sei dumm? Trotz der Beteuerungen einiger Politiker von vermeintlich geringer Intelligenz, die bei passender Gelegenheit, d.h. wenn sie ihn gerade für dumm verkauft haben, gern behaupten, dass der Wähler klüger sei, als man denke? Damit muss nun Schluss sein, Sie Dummkopf!
Denn Sie müssen sich von einer Lisa Schnell auf der Meinungsseite der „Süddeutschen“1 belehren lassen: Eine Umfrage zeige, „wie klug die Wähler sind“, denn „fast 70 Prozent erkennen in der CSU trotz der jüngsten Harmonieshow eine zerstrittene Partei.“
Vielleicht beschränkt sich aber dieses hervorragende Ergebnis auch nur auf den Bayern, den Watzmann, der schon seit frühster Kindheit von anregenden Stammtischgesprächen – oans, zwoa, g’suffa – geprägt, alle gewöhnlichen Menschen überragt. A ganza a Schlaua mua ma sei. Gruumpfnn!!

  1. 3.1.18 []

Lasst Fakten sprechen!

Die Landwirtschaft ist „zum Spielball politischer Interessen geworden“. „Der durch Kampagnen befeuerte Glaubenskampf muss aufhören.“
Warum hat Christoph Schmidt „sich jeglichem politischen Kompromiss verweigert“?
„Aus politischem Kalkül“.
Nein, gar nicht wahr, das meint Carl Dohme, Geschäftsführer des Landvolkverbandes in Hannover, ja gar nicht.1 Er meint, nicht Schmidt, sondern Umweltministerin Barbara Hendrick habe „sich jeglichem politischen Kompromiss verweigert“ und die Landwirtschaft „zum Spielball politischer Interessen“ gemacht und den „Ruf“ von Glyphosat „auf Jahre zerstört“. „Aus politischem Kalkül.“
Es geht den Grünen und allen Sympathisanten ja nur um „ihre Spendenmillionen“. Zurück bleiben „fassungslose Landwirte, denen ein unbedenklicher Wirkstoff verboten werden soll“. Selbst von den Biobauern haben, so eines der starken Argumente Dohmes, 75 Prozent nicht die Grünen gewählt!
Es müsse nach „diesem Getöse“ endlich wieder eine „sachliche Debatte“ einsetzen. Und da macht Herr Dohme schon mal einen Anfang, indem er die folgenden unbestreitbaren Fakten anführt:
Die Wissenschaft ist sich „mittlerweile einig, dass von dem Wirkstoff bei sachgerechter Anwendung keine Krebsgefahr ausgeht“. Aber sowas von einig!!! Da stimmt auch der Präsident des Bauernverbandes Rukwied mit ein: „Der wissenschaftliche Nachweis einer Gesundheitsgefahr“ sei  „ganz klar“  nicht erbracht.2
„Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, dass sich bei einem Verzicht (…) die Insektenpopulation erholen würde.“
Im Gegenteil, zu einer richtig schönen Erholung gehört nach Meinung der Insekten eine ordentliche Portion Glyphosat unbedingt dazu!!
Verzicht auf Glyphosat bedeutet vermehrte mechanische Bodenbearbeitung und folglich mehr Verbrauch von Diesel!
Da muss man sich doch ernsthaft Sorgen machen. He! Daran hat ja wohl niemand von euch korrupten Umweltheinis gedacht?! Hier spricht der wahre Umweltschützer!
Jede vermehrte Bearbeitung des Bodens verringert dessen Fruchtbarkeit, setzt Treibhausgase frei, zerstört Leben im Boden.
Ganz im Gegensatz zu Glyphosat, das ja, wie alle wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, die Fruchtbarkeit und das Bodenleben erhöht!

Und nun das Hauptargument:
„Da wäre zu allererst die Tatsache, dass das Mittel außerhalb Europas bedenkenlos (!!) und in großen Mengen eingesetzt wird.“
Und dass die dort auftretenden Krankheiten (siehe Fotos) auf den Kontakt mit Glyphosat zurückzuführen sind, kann nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. 
Und ganz wichtig, was Bauernpräsident Rukwied noch anführt: „Wir sind nicht die Einzigen.“
Es gibt noch viele andere Umweltzerstörer.3
„Diese Argumente verhallen jedoch.“ (Dohme)
Traurig! Traurig!
((Fotos aus http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/ttt-16072017-pablo-piovano-video-100.html))

  1. Süddeutsche Zeitung 3.1.18 []
  2. Süddeutsche Zeitung 18.1.18 []
  3. s.o. []

Ergänzung zu „Einsperren!“

„Schweizer Zeitungen sind seit einigen Jahren für Überraschungen gut. Inmitten des FIFA-Skandals wird Sepp Blatter zum ,Schweizer des Jahres‘ gekürt, auch Sivio Berlusconi, Donald Trump und alle, die den Klimawandel für eine Erfindung halten, können mit prominenter Unterstützung rechnen“, schreibt Charlotte Theile in der „Süddeutschen Zeitung“1. Die „Weltwoche und die „Basler Zeitung“ tun sich hier hervor. Letztere hat auch unter dem Titel „Deutsche Gründlichkeit“ die linksradikale Angela Merkel mit ihrem Vorgänger Hitler verglichen. Diese Zeitungen gehören Christoph Blocher von der rechtsradikalen SVP, der auch einige Dutzend Gratiszeitungen gekauft hat und sich angeblich auch um den „Blick“, die BILD-Zeitung der Schweiz, bemüht. Er hat zudem neuerdings auch in der „Neuen Zürcher Zeitung“ das Sagen. Und nun hat seine Partei für den 4. März eine Volksabstimmung über die Abschaffung der Fernsehgebühren und damit des in der Schweiz an sich schon staatsnahen öffentlich-rechtlichen Fernsehens organisiert. (Der Chefredakteur der „Neuen Züricher Zeitung beeilte sich prompt, in einem Leitartikel gegen die Fernsehgebühren zu polemisieren.) In Umfragen erhält die Initiative mehr als 50 Prozent. Vor Parlamentswahlen braucht sich die SVP also zukünftig nicht mehr zu fürchten. Gibt es eigentlich einen Fachbegriff für solche „Demokratien“?
Bei entsprechendem Medienecho in Deutschland schwappt das Ganze sicher auch nach Deutschland über.

  1. SZ vom 4.1.18 []

Einsperren!

Am besten sperrt man alle ein! Zuerst mal die, die einen nicht mögen! Einsperren! Naja, wenn dann die Gerichte einem dazwischen funken, dann muss man sich eben um die Justiz kümmern. Justiz: Einsperren! – Oder doch lieber auswechseln?
Dann die Medien, also die veröffentlichte Meinung. Einsperren! Oder man eignet sich die Medien an, zunächst staatlich kontrollierte Medien wie Rundfunk und Fernsehen. So haben es auch Erdogan in der Türkei und Orban in Ungarn oder Kaczyński in Polen gemacht. In Deutschland hat das mit dem Rundfunk und Fernsehen ja auch schon Adenauer versucht. Er wollte sein privates Adenauer-Fernsehen. Statt damals Rüdiger Proske und Gert von Paczensky, die mit Panorama das erste regierungskritische Politmagazin1 aus der Taufe gehoben hatten, sollten lieber Adenauers Getreue kommentieren, womöglich Minister, wie Theodor Oberländer vom Koalitionspartner BHE (Bund Heimatvertriebener und Entrechteter), Obersturmführer der SA, Gauamtsleiter des Gau-Grenzlandamtes, Mitglied der NS-Gauleitung von Ostpreußen, oder Verkehrsminister Hans-Christoph von Seebohm von der DP (Deutsche Partei), der sich in Reden für Ehrfurcht vor Fahnen der NS-Zeit einsetzte oder erklärte, dass das Grundgesetz den Deutschen von den Alliierten aufgezwungen worden wäre, und der der Sozialdemokratie asiatische Wurzeln zuschrieb, die nicht zum Deutschtum führen könnten. Sein Adenauer-Fernsehen haben ihm die Gerichte aber verboten. Das war ärgerlich; er hätte eben bei der Justiz anfangen sollen. Adenauer hatte zwar noch die alten Nazis gepflegt und gepäppelt, z.B. den versierten Juristen Hans Globke, der an den Judengesetzen gefeilt hatte, aber in der Justiz gab es eben auch noch andere. Ärgerlich.

  1. „Nun wollen wir uns wieder ein wenig mit der Bundesregierung anlegen.“ []