Can’t buy me love

Milliardärspräsidentenkandidat Trump hat als wirtschaftliche Berater laut der von ihm veröffentlichten Liste konsequent lauter Multimillionäre. Weil die ja bekanntlich etwas von Wirtschaft verstehen – woher hätten sie sonst ihre Millionen? Und weil sie, wie jeder weiß, ziemlich selbstlos sind, was sich immer wieder in ihrer Spendenbereitschaft, u.a. auch für notleidende Medien und für die Kandidatur Trumps, zeigt, werden sie sich, wie Trump immer gerne und häufig betont, für die Gering- und Durchschnittsverdiener einsetzen und die Steuern – nein, noch nicht abschaffen – senken. Dafür lieben sie ihn. Auch die Deutsche Bank muss das anerkennen, die deshalb großzügig für den Wahlkämpfer Trump spendet. Frau Clinton steht dagegen, wie man aus der Vergangenheit weiß, dem Finanzkapital eben nur nahe …

Zum Gotterbarmen

Aber Gott hat anscheinend wieder alles Mögliche andere zu tun als sich zu erbarmen. Also müssten die Christen ran, weil bei denen ja das Erbarmen, die Nächstenliebe, ganz oben auf der Agenda steht. Da könnten Sie den Papst fragen, der ja aber laut „Dichter“ Martin Mosebach leider allzu populistisch ist. Es sollte aber auf jeden Fall mitfühlende Menschen ein wenig unfroh machen, wenn die Zahl der Hungernden und Verhungernden nicht abnimmt. Nun haben ja 160 Staaten, darunter selbstverständlich die Bundesrepublik, den UN Sozialpakt ratifiziert, aber man braucht sich ja nur für den Hunger im eigenen Staat verantwortlich zu fühlen; deshalb kommt bei den Hungernden auch kaum Hilfe an. Schließlich sind wir ja alle ganz knapp bei Kasse, und wir beten die schwarze Null an und Schäuble, ihren Propheten. Das müssten eigentlich auch die Verhungernden verstehen, wenn es ihnen nicht total an Einsicht in wirtschaftliche Zusammenhänge fehlte. (Obwohl oft arbeitslos, weigern sie sich, in ihrer nicht geringen Freizeit, Milton Friedman und andere zu lesen.) Und wenn die Christen von der christlichen Partei Steuersenkungen für die Mittelschicht verlangen, dann ist das – aufgrund des Sozialpaktes – gerade zu ihre Pflicht, wenn sie einer drohenden Hungerkatastrophe in der Bundesrepublik vorbeugen wollen, wo ja eine schwarze Mehrheit – gemeint sind keine hungernden Schwarzafrikaner – in Gefahr ist.

Britannien, du hast es besser!

Die deutsche Regierung weigert sich bisher, Vertreter für die Ethikkommission zu benennen, in der die Regeln für Regierungsmitglieder mit dem Wunsch, in die Wirtschaft zu wechseln, festgelegt werden sollen. Man versteht es: Schon die Existenz solcher Regeln wäre anrüchig, da ja Deutschland keine Bananenrepublik ist, in der man den Wünschen der Wirtschaft gerne entgegenkommt, besonders wenn man Geld oder einen gut dotierten Posten erhält. Aber natürlich hat der Tüchtige ein Anrecht auf eine Belohnung. Immer diese Neiddebatte!
England hat es besser: David Cameron verteilt in Groß-Britannien großzügig Orden und Adelstitel. So ließ er seinen Friseur mit einem Orden für „Verdienste ums Haareschneiden“ auszeichnen; die Stilberaterin seiner Frau erhält ebenfalls einen hohen Verdienstorden. Parteispender Michael Spencer wird Lord, Parteispender Ian Taylor und Andrew Cook werden Ritter. Dass aber Zeitungszar Murdoch aufgrund seiner Verdienste um die Tories Oberhaupt der anglikanischen Kirche wird, scheint bisher nur ein Gerücht zu sein. Demnach sträubt sich Queen Elizabeth noch.

P.S. Ehemaliger EU-Kommissionspräsident Barroso wechselt offiziell als Berater zu Goldman-Sachs. Wenigstens endlich ehrlich!

Ha, Kunst! Ja, „Ha-Kunst“.

Es gibt Dinge, die ereignen sich, stehen, hängen oder liegen in Räumen, vor denen ein Schild verkündet: Kunst. Da weiß man, wenn man da etwas wahrnimmt: Das muss Kunst sein. Oft wäre man sonst vielleicht nie auf die Idee gekommen. Aber das ist es ja gerade: Man nimmt wenig wahr, erkennt aber eine Idee. Und dann sagt man: Ha, Kunst! Deshalb wollen wir diese Art Kunst „Ha-Kunst“ nennen.
Wei Wei, der chinesische Tausendsassa, stellt gerade begeistert einen Palästinenser aus, der kleine Spielzeugautos gebaut hat. Er hat sie – alle Achtung! – selbst, und zwar technisch perfekt, gebaut, nicht etwa im Kaufhaus erworben! Es wäre aber ohnehin völlig falsch, achtlos daran vorbeizugehen. Denn man erfährt, dass diese Autos solchen nachgebildet sind, wie sie von den Israelis verwendet werden, die damit den Palestinänsern Böses tun. Wenn man das weiß, …! Ha! Es ist nicht das materielle Werk – das kann man vergessen – , sondern die Idee! Ha, Kunst! Man muss also geradezu das Materielle ausblenden, sonst verkennt man das „Werk“ und verirrt sich ins Banale.
Die trotz ihrer 90 Jahre der Kunst gegenüber aufgeschlossene ehemalige Zahnärztin, die aufgrund ihres Fehlverhaltens gegenüber der „Ha-Kunst“ mitsamt dem „Werk“ und seinem Schöpfer, einem gewissen Arthur Köpcke, einige Bekanntheit erlangte, hatte das Materielle nicht ausgeblendet und das Werk nicht auf eine Idee reduziert. Köpcke hatte das Abbild eines überdimensionalen Kreuzworträtsels geschaffen, das aber zur allgemeinen Verblüffung der Besucher der Räume, vor denen ein Schild verkündet: „Kunst“, keine Anweisungen enthielt, was wo als des Rätsels Lösung einzusetzen wäre, sondern nur die Aufforderung: „Insert words“ (auf Englisch wegen des internationalen Anspruchs des Werkes). Die Zahnärztin war des Englischen mächtig und begann, der Aufforderung Folge zu leisten. Das hätte sie nicht dürfen. Die Polizei musste ermitteln, weil die kunstaffine Zahnärztin verkannt hatte, dass der Künstler seine Aufforderung wegen der fehlenden konkreten Anweisungen vermutlich – man kann ihn nicht fragen, weil er schon 1977 verstorben ist – für wenig reizvoll, ja geradezu für absurd hielt. Und so hätte die alte Dame sich sagen müssen: Ha, da die konkreten Anweisungen für dieses Kreuzworträtsel fehlen, darum ist es nicht etwa nur ein etwas sonderbares Kreuzworträtsel, sondern („Ha!“) existiert als Kreuzworträtsel gar nicht („Ignorieren!!!“), sie ,sieht‘ nämlich sich nur etwas bloß Ideellem gegenüber, also „Ha, Kunst“. 1 Als sie nach dem Besuch der Ausstellung mit ihrter Freundin im Kunstcafé vor ihrem Kännchen Kaffee und dem Stück Apfelkuchen mit Sahne saß, hat sie sich mehrmals versichert, dass sie sich im Raum eines Cafés befand und nicht in Kunsträumen, dass also der Apfelkuchen nicht etwa nur eine Idee war – dann aber hat sie kräftig zugelangt.

  1. Ihr Anwalt ist allerdings der Meinung, dass sie sich „durch die belebende Weiterverarbeitung“ ein eigenes Urheberrecht an dem Werk erworben habe: „Sie hat, dem Willen des ursprünglichen Schöpfers folgend, auf dem gleichen künstlerischen Niveau des Herrn Köpcke weiter geschöpft.“

Horst ist der Größte

Der Donald und der Horst haben unterschiedliche Frisuren. Man kann Seehofer und Trump also durchaus unterscheiden. Der große Horst (mit 1,93 m noch größer als der große Donald mit 1,88 m) ist gerade dabei, mit ganzem Einsatz seiner gewichtigen Person die uneingeschränkte Stammtischhoheit seiner CSU zu verteidigen. Es gilt, die Vernunft in Form der Statistiken in die Schranken zu weisen: Die Wahrscheinlichkeit, von einem Terroranschlag getroffen zu werden, ist so gering wie die Chance von sechs Richtigen mit Zusatzzahl im Lotto, und die Gefahr eines terroristischen Anschlags durch einen Flüchtling nicht größer als durch einen Angehörigen der übrigen Bevölkerung. Aber Horst fordert: „Die Zeit der Relativierung muss vorbei sein!“ Er habe viel von Besonnenheit gehört, aber nun … Ja, jetzt muss endlich unbesonnen gehandelt werden!
Und nicht nur mit dem Sicherheitsverständnis des bayrischen Innenministers Herrmann  ist es „unvereinbar“, dass Material für den Bombenbau in einer staatlich finanzierten Unterkunft gelagert wurde. Nein, das geht nun gar nicht: mit unseren Steuergeldern!! Die Bomben müssen zukünftig wirklich woanders lagern – in einem offiziell vom sogenannten IS privat finanzierten Quartier. Das ist doch das Mindeste, was man als Steuerzahler erwarten kann.