Ist der Bild-Leser gar nicht so blöde?

Aparte Blondine mit Niveau, 28 J., Idealmaße 90 – 60 – 90, sucht für amouröse Abenteuer oder bereichernde Partnerschaft gutsituierten Herren, gerne auch dekadenter Hochadel. Bitte keinen Idioten.
Wie schön! Aber das mit dem Idioten hätte sie weglassen sollen.

War Strauß etwa ein Metzgersohn?

Wen wird die Traumfrau in die engere Auswahl ziehen, Franz-Josef Strauß, den bayrischen Metzgersohn, oder Franz-Josef Strauß, den bayrischen Ministerpräsidenten?
Müßige Frage; denn der Frant-Josef – es handelt sich ja um dieselbe Person – hat es zwar in seiner Politkarriere zu beträchtlichen Vermögen gebracht, aber er ist ja schon lange tot. Bliebe nur noch Franz-Josef Strauß, der Flughafen. Aber die Liebe zu einem Flughafen ist in der Regel nicht bereichernd, ob er nun Willy-Brandt oder Franz-Josef-Strauß heißt.

Spaziergang im Park

Und Sie, liebe Leserin, die Sie vielleicht bereits mit einem ebenso charmanten wie einfühlsamen und stinkreichen, möglicherweise auch ganz durchlauchten Herrn partnerschaftlich verbunden sind, wo möchten Sie lieber einen romantischen, sonnenumfluteten, von Vogelgezwitscher begleiteten Spaziergang machen, in einer Lagerstätte für hochradioaktive Abfälle oder in einem behaglich warm strahlenden Entsorgungspark der Atomindustrie?

Seelenleben der Arbeitgeber

Und was sagen Sie: Ist Ihr niveauvoller Partner ein eiskalter Sklaventreiber, der um des Profites willen über Leichen geht, oder ist er gar ein Arbeitgeber.

Hier stinkt’s

Nachdem der Bundesfinanzhof – die Behauptung, dass Donald Trump dessen Zusammensetzung bestimmt hat, ist nachweislich falsch und einfach nur lächerlich – Attac die Gemeinnützigkeit abgesprochen hat, wurde es im Bundestag schrecklich … nass: In einer Sturzflut von Tränen  – der Rührung – fielen sich die Abgeordneten von CDU und FDP in die Arme. Ihnen hat Attac gestunken, besonders dem Finanzminister Schäuble. Deshalb musste er etwas unternehmen. Und so hat er sich beschwert – ganz oben. und – heureka! – er hat es geschafft! Die unternehmerische Freiheit – auch von Steuern – ist gerettet. Es war an sich nicht ganz einfach, denn, wie Wolfgang Janisch und Stephan Radomsky in der Süddeutschen Zeitung vom 27.2.19 schreiben, man wird Attac „nicht absprechen können“, dass sein Ziel ist, „einen möglichst großen Nutzen für die Allgemeinheit zu stiften“. Wird man nicht können? Doch kann man. Man muss nur wollen. Aber zum Glück ist das Urteil, wie der Vorsitzende Richter des  V. Senats Bernd Heuermann betonte, „politisch neutral“. Uns fällt ein Stein vom Herzen!!

Ein Witz

Kennen Sie den Witz von Klein Erna?
Die Lehrerin beschwert sich bei Klein Ernas Mutter über Ernas ungeniertes Pupsen. Darauf die Mutter: „Sie sollen ihr nicht riechen, Sie sollen ihr lernen.“
Der Witz passt so ja aber gar nicht hierher, denn Attac hat ja gebildet, aber nicht das, was Lindner und Schäufle für richtig halten. Der Witz muss also eine Fortsetzung erhalten:

  1. Heribert Prantl von der „Süddeutschen Zeitung“ (2.3.19) urteilt über die Entscheidung: Man wisse nicht, „ob man darüber lachen oder weinen soll“, und nennt deren Begründung „höchst sonderbar“, weil die Ziele von Attac demnach „angeblich weniger relevant für Gemeinnutz und Gemeinwohl als das Werkeln in einem Verein für Modellflug, Amateurfunk, Kleingärtnerei oder Hundesport“ wäre – oder der CDU-Wirtschaftsrat. „Das alles ist in Paragraf 52 der Abgabenordnung als gemeinnützig und förderungswürdig aufgelistet, die Bundesfinanzrichter halten sich streng an diese Auflistung; das ist eine ,Idiotie‘.“ Prantl ebd. []
  2. Der nordwürttembergische Verband Stuttgart der CDU, in dem Matthias Wissmann Ehrenvorsitzender ist, hatte den Antrag auf dem Parteitag eingebracht. []
  3. „Fehlende geistige Offenheit hat der Finanzhof Attac vorgeworfen (…) Den Vorwurf kann man jeder Ansicht machen, die einem nicht passt. Fehlt die geistige Offenheit, wenn man den ,ausbeuterischen und spekulativen Absichten‘ auf den Finanzmarktplätzen per Transaktionssteuer den Riegel vorschieben will? Das Zitat stammt nicht von Attac, sondern von Papst Franziskus.“ Prantl ebd. []
  4. Ja, der Dohnanyi ist gemeint, der vor intellektueller Gespreiztheit ähnlich wie einst der selige Karl Lagerfeld kaum mehr halbwegs normal reden kann. []

Flügel oder Keule?

Freude, schöner Götterfunken,
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Alle Menschen?

Freudetrunken

Am Sylvesterabend kann schon mal so ein sanfter Flügel bei den Seehofers, Schäubles usw. weilen, wenn sie „freudetrunken“ vom fein perlenden Trunk der Witwe Clicquot, Beethovens „Neunter“ lauschend, über den schillernden Wolken zu schweben vermeinen. Aber das mit der Brüderlichkeit darf natürlich nicht zu weit gehen: Wenn nämlich der Flügel zur Keule wird und man geschubst und gestoßen werden sollte, gezwungen zum Anblick der 1400 im Mittelmeer ertrunkenen Leichen und der unzähligen toten Männer, Frauen und Kinder aus Afrika, die auf ihrer Flucht vor dem Elend gar nicht erst auf die Boote gekommen sind, weil sie schon auf dem Weg zur Küste in der Wüste umgekommen sind, dann muss der Spaß mal ein Ende haben, und Brüder und Schwestern müssen wieder zu bedrohlich dunklen Fremden werden.

Nüchtern

Mal nüchtern betrachtet: Man darf den Brüdern nicht helfen. Denn man braucht möglichst viele tote Frauen, Männer und Kinder und möglichst viele Bilder davon – für die Afrikaner. Damit möglichst viele Flüchtlinge erkennen, wie hoffnungslos nicht nur ihr alltägliches Elend, sondern auch ihre Flucht vor dem Elend ist. Damit sie da bleiben, wo nicht einmal der Pfeffer für sie wächst.
„Etwas Besseres als den Tod findest du überall“, sagte der Esel. So ein Esel!
Die Armen haben eben Pech gehabt: Warum mussten sie auch ausgerechnet in Afrika auf die Welt kommen!
Was sich die wenigsten klar machen: Wie alle Menschen haben übrigens auch Menschen aus Afrika nur dieses eine Leben.

Scheuer und Abe verlangen Friedensnobelpreis für Trump

Öffentlich ertrug Trump die Schmach meist mit großer Gelassenheit. Aber allein im Oval Office floss schon die eine oder andere Träne. Und aufgrund der üblichen Indiskretionen aus den Kreisen enger Vertrauter erfuhr man sogar von regelmäßigen morgendlichen Wutausbrüchen, die nicht nur den Haussegen, sondern angeblich sogar Trumps Haare schief hängen ließen: „Warum hat dieser schwarzhäutige, kurzhaarig dürre Obama“, brüllt er dann, „schon nach kurzer Amtszeit einen Friedensnobelpreis bekommen, aber ich immer noch keinen?“

Obama hatte ihn nach 15 Sekunden

Trump hat schließlich auch öffentlich auf einer Pressekonferenz erklärt, er verdiene für seine Bemühungen um Nordkorea und Syrien den Friedensnobelpreis. Empört rief er zudem: „Sie haben ihn Obama gegeben. Er wusste noch nicht einmal wofür. Er war gerade 15 Sekunden da und hat den Nobelpreis bekommen.“1 Und traurig fügte er hinzu: „Ich werde ihn wohl nie bekommen.“2

Abe will Gerechtigkeit

Aber als großer Diplomat wandte er sich bzw. ließ er seine „Regierungskreise“ sich wenden an den japanischen Ministerpräsident Abe, der ihn auf dessen bzw. deren Bitte hin tatsächlich prompt für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen hat und Trump anschließend sogleich eine wunderschöne Kopie des fünf(!)seitigen Nominierungsschreibens, ja sogar die „allerschönste Kopie“ (Trump) zukommen ließ, wie man von Trump auf einer Pressekonferenz erfuhr. Trump hat dem zunächst wohl etwas ratlosen Abe dafür sicher auch einige Tipps zur Begründung seines Vorschlags gegeben: Dank seiner raffinierten Politik gegenüber Syrien (Bomben) und Nordkorea (langer Händedruck) habe den Friedensnobelpreis nämlich niemand mehr verdient als Trump. Trump hat Abe als Fürsprecher auserwählt, weil Abe Trump besonders dankbar sein muss; schließlich hat Trump ja die Nordkoreaner dazu gebracht habe, keine Raketen mehr über Japan abzufeuern. „Das habe ich gemacht“, sagte Trump stolz2.

Es geht nicht um Fahrzeugexporte in die Staaten

Abe war so willfährig nicht etwa, um Trump milde zu stimmen in Hinblick auf die Exporte japanischer Fahrzeuge in die Staaten, sondern weil der kleine Japaner nicht anders kann als den großen Politiker mit der blonden Mähne fast sklavisch zu verehren.
Ob das auch für Bundesverkehrtminister Scheuer zutrifft? Jedenfalls hat er sich sofort dem Vorschlag Abes angeschlossen und Trump schnurstracks die zehn(!)seitige, extrem wortreiche Begründung als Kopie von einer vor Trumps Herrschaft nie dagewesenen Schönheit (bunt bebildert mit vielen Sternen, Lilien und Löwen!) zukommen lassen..

  1. http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-shinzo-abe-soll-us-praesident-fuer-friedensnobelpreis-vorgeschlagen-haben-a-1253659.html []
  2. ebd. [] []

Interessante Verblödung

Mit solchem launigen Bambi-Lächeln gewinnt man eine Goldene Kamera.

Schon vor Mitternacht Gruseln: die verschmitzte Schalk-Pflaume, die Leuchte des Nordens Pilawa  und Quasselphilipp Meyer-Burckhardt in einer einzigen – kann es denn wahr sein? – Sendung. Buuh Huaaaah! Buuh Huaaaah! Der NDR nennt das „im besten Sinne des Wortes interessant“. Interessant! Welch eine Untertreibung!  Fehlt nur noch das Fernsehballett unter der Leitung von Hansi dem Hinternseher.