Wirklich schlau?

Ihr schlauen Herren Scheuer, Seehofer und andere AfD-Sympathisanten,
ja, ihr seid ja doch nicht völlig bescheuert, ihr wisst: Zum Sitzen braucht es zwei Hinterbacken und einen Stuhl. Und dann vielleicht noch ein Kissen und ein wenig Blasmusik, dann fühlt es sich gut an. Aber der Verstand? Kann man darauf sitzen? Das Gefühl entscheidet Wahlen.
Und am besten funktioniert das mit dem Angstgefühl.
Hillary Clinton hat sicher Recht, wenn sie Donald Trump beschuldigt, mit seinen Tiraden gegen Muslime die Anwerbung für Terrorgruppen zu fördern. Es ist ja das Gefühl, als minderwertig angesehen zu werden, das zu einer Überkompensation führt, so dass nun wiederum die andere Gruppe als minderwertig und teuflisch verachtet und guten Gewissens mit Bomben traktiert werden kann.
Aber das weiß der Donald auch; deshalb macht er das ja.
Denn Anschläge wiederum verstärken die Angst bei den Betroffenen, den Wählern. (Bei den Anschlägen handelt es sich um Kollateralschäden eines nun mal eben notwendiger Weise harten Wahlkampfes.)
Und Angst erhöht die Chancen für eure Parteien bei den Wahlen. Denn ihr seid ja die Starken, die Kämpfer, die schon immer vor solchen Elementen gewarnt und gefordert haben, dass auf der Stelle …
Bombig!
Und das habt ihr wirklich alles ganz allein herausgefunden – ohne teure Wahlkampfberater?

Was denn nu, CSU: „ministrierend“ oder „defäkalisierend“?

„Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier – als Wirtschaftsflüchtling. Weil den wirst du nie wieder abschieben,“ sagt CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer und ist gerissen, und zwar mal wieder völlig aus dem Zusammenhang. Trotzdem hatte er sogar bei Parteikollegen Anstoß erregt, die ja wie er christlich und – damit noch lange nicht genug – auch noch sozial sind. Missfallen hat denen allerdings nicht das, wie man urteilen könnte, Menschenverachtende der Aussage, sondern ihr wahltaktisches Ungeschick: „Wir müssen Obacht geben, dass wir, wenn wir konservative Wähler wollen, nicht die kirchlichen Wähler verprellen“, sagt z.B. Theo Waigl. Na, und die Fußballanhänger? Auch die sind Wähler.
Das weiß natürlich auch der Seehofer Horst. Und daher bemerkt er , Scheuer habe „keinesfalls Sportvereine und Kirchen angreifen und beleidigen wollen“.
Oh, schnöde Welt der Ungerechtigkeiten voll! Eigentlich wollte Scheuer nämlich etwas ganz anderes sagen: „Das Schlimmste ist ein unsportlicher, öffentlich defäkalisierender Hottentotte, der nicht nur heimlich unsere bayerischen Missionare kocht und verspeist, sondern ganz offen auch noch sämtliche Schweinsbraten samt dem letzten Krümel Rotkraut von unseren Tellern wegfrisst.“ Das hätte jeder verstanden. Oder wie Scheuer selbst erläutert: „Im Zusammenhang“, so Scheuer, „ging es um die Schwierigkeit, abgelehnte Bewerber nach einem abgeschlossenen, rechtsstaatlichen Verfahren wieder zurückzuführen, wenn diese sich über einen längeren Zeitraum hier aufhalten.“
Ja! Lieber Andreas Scheuer, unser Mitgefühl gilt dir! Warum gibt es nur so viele böswillige Menschen, denen ein ehrlicher Mensch, der kein Blatt vor den Mund nimmt, nichts gilt?! Das kann einen schon echt traurig stimmen!
P.S. Zum Schluss zur Aufhellung düsterer Gedanken noch eine menschlich anrührende Nachricht von „ntv“: Die Dax-Investoren – tralali, tralala – sind „froh gestimmt“.

Can’t buy me love

Milliardärspräsidentenkandidat Trump hat als wirtschaftliche Berater laut der von ihm veröffentlichten Liste konsequent lauter Multimillionäre. Weil die ja bekanntlich etwas von Wirtschaft verstehen – woher hätten sie sonst ihre Millionen? Und weil sie, wie jeder weiß, ziemlich selbstlos sind, was sich immer wieder in ihrer Spendenbereitschaft, u.a. auch für notleidende Medien und für die Kandidatur Trumps, zeigt, werden sie sich, wie Trump immer gerne und häufig betont, für die Gering- und Durchschnittsverdiener einsetzen und die Steuern – nein, noch nicht abschaffen – senken. Dafür lieben sie ihn. Auch die Deutsche Bank muss das anerkennen, die deshalb großzügig für den Wahlkämpfer Trump spendet. Frau Clinton steht dagegen, wie man aus der Vergangenheit weiß, dem Finanzkapital eben nur nahe …

Zum Gotterbarmen

Aber Gott hat anscheinend wieder alles Mögliche andere zu tun als sich zu erbarmen. Also müssten die Christen ran, weil bei denen ja das Erbarmen, die Nächstenliebe, ganz oben auf der Agenda steht. Da könnten Sie den Papst fragen, der ja aber laut „Dichter“ Martin Mosebach leider allzu populistisch ist. Es sollte aber auf jeden Fall mitfühlende Menschen ein wenig unfroh machen, wenn die Zahl der Hungernden und Verhungernden nicht abnimmt. Nun haben ja 160 Staaten, darunter selbstverständlich die Bundesrepublik, den UN Sozialpakt ratifiziert, aber man braucht sich ja nur für den Hunger im eigenen Staat verantwortlich zu fühlen; deshalb kommt bei den Hungernden auch kaum Hilfe an. Schließlich sind wir ja alle ganz knapp bei Kasse, und wir beten die schwarze Null an und Schäuble, ihren Propheten. Das müssten eigentlich auch die Verhungernden verstehen, wenn es ihnen nicht total an Einsicht in wirtschaftliche Zusammenhänge fehlte. (Obwohl oft arbeitslos, weigern sie sich, in ihrer nicht geringen Freizeit, Milton Friedman und andere zu lesen.) Und wenn die Christen von der christlichen Partei Steuersenkungen für die Mittelschicht verlangen, dann ist das – aufgrund des Sozialpaktes – gerade zu ihre Pflicht, wenn sie einer drohenden Hungerkatastrophe in der Bundesrepublik vorbeugen wollen, wo ja eine schwarze Mehrheit – gemeint sind keine hungernden Schwarzafrikaner – in Gefahr ist.